Babykoliken sind definiert als anhaltende Schreiphasen bei einem ansonsten gesunden Säugling, die mindestens drei Stunden täglich, mindestens drei Tage pro Woche, über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen auftreten. Das klingt nach einer nüchternen Definition. In der Realität bedeutet es, dass du als Elternteil kaum schläfst, dich hilflos fühlst und dir Sorgen machst, ob mit deinem Kind etwas ernsthaft nicht stimmt.
Was genau die Ursachen für Babykoliken sind, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Wissenschaftlich diskutiert werden unter anderem eine unreife Darmflora, eine überempfindliche Reaktion auf Reize von außen, Blähungen und Verkrampfungen im Verdauungstrakt sowie Spannungen im Körper, die durch die Geburt entstanden sein können. Besonders dieser letzte Punkt ist für die Osteopathie relevant, weil er direkt an das anknüpft, was wir in der Behandlung adressieren können.
Während der Geburt ist der kindliche Körper enormen Kräften ausgesetzt. Selbst bei einem unkomplizierten Verlauf können sich Spannungsmuster in der Wirbelsäule, im Schädel oder im Bereich der Hüfte und des Beckens festsetzen. Bei langen Geburten, Saugglockenentbindungen oder Kaiserschnittgeburten ist das Risiko solcher körperlicher Spannungen erfahrungsgemäß höher. Diese Spannungen können das Nervensystem des Babys dauerhaft unter Stress halten und unter anderem die Verdauung und die Fähigkeit, sich zu entspannen, beeinflussen.